Darf’s ein bisschen mehr sein…?

Bildquelle: colourbox von https://shop.spd.de/mein-spd-shop
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Während es an der Wurst- und Käsetheke im Supermarkt, im Feinkost- oder im Bioladen und ebenso auf dem Littenweiler Bauernmarkt gerne etwas mehr sein darf, kostet es im Discounter einfach weniger. Welche Möglichkeiten der Nahversorgung haben wir in Littenweiler aktuell und in Zukunft?


Ist es für jeden in seiner jeweiligen Lebenslage und mit dem jeweiligen Einkommen möglich, sich mit Mitteln des täglichen Bedarfs zu versorgen? Seit zuerst der Treff 2000 (Discountervariante von EDEKA) wie im Anschluss dann Mein Markt (Discountervariante von NETTO) in der Reinhold-Schneider-Straße aufgegeben haben, sind diejenigen, die preiswert einkaufen wollen, auf angrenzende Stadtteile (Zentrum Oberwiehre) oder gar Nachbarorte (Kirchzarten) angewiesen. Für diejenigen, die in Kappel oder Ebnet wohnen, sieht es nicht anders aus.

 

Dass im Stadtrandgebiet Versorgung und Mobilität zusammenhängen, ist allgemein bekannt und wird in allen drei Stadtteilen mit allen Konsequenzen offensichtlich. Wer eben mal ins Auto springen kann, dem bietet ein ferner gelegener Discounter eine weitere Möglichkeit einzukaufen. Wer aber alters-, gesundheits- oder einkommensbedingt nicht in ein Auto springen kann – oder aus Umweltaspekten darauf verzichten möchte – der ist auf den Fahrradanhänger, nette Nachbarn, Angehörige, die Straßenbahn und/oder einen geräumigen Einkaufs-Trolley und wenn möglich auf einen regenfreien Tag angewiesen, um eine preiswerte Alternative zu finden. Wem das Laufen schwer fällt oder wer seinen Rollator zum Einkaufen schiebt, ist gar nicht erst in der Lage, hinter sich auch noch einen Trolley zu ziehen.

 

Je näher also die Möglichkeiten liegen, gut und zugleich günstig einzukaufen, desto leichter fällt es dem älteren, alleinstehenden Herrn mit kleiner Rente, der älteren Dame mit Rollator, den Studierenden in den unterschiedlichen Wohnheimen, der alleinerziehenden Mutter mit Kinderwagen oder der mehrköpfigen Familie mit kleinem Einkommen den täglichen Bedarf klimaneutral zu decken.

 

Bei uns im Freiburger Osten stehen in den nächsten Jahren größere Stadtentwicklungsprojekte an. So wird u. a. das Areal am Bahnhof Littenweiler neugestaltet, die Straßenbahnlinie 1 wird parallel zur Höllentalbahn verlängert und im Zuge dessen, dass das Areal der Endhaltestelle auf absehbare Zeit anderweitig genutzt werden kann, wird es als Standort für einen neuen Nahversorger diskutiert. War man in der Vergangenheit immer davon ausgegangen, dass ein Discounter entsprechend groß sein und ausreichend Parkmöglichkeiten bieten muss, entwickeln mittlerweile auch Discounter Konzepte für kleinere Ladenflächen, die eine gute Versorgung insbesondere in integrierten Lagen in den Stadtteilen anbieten können. Wichtigste Voraussetzung für diese Standorte ist allerdings eine hohe Kundenfrequenz. Laut Information seitens der Stadtverwaltung wäre solch ein Konzept eine geeignete Ergänzung für den Bereich zwischen Bahnhof Littenweiler und der jetzigen Endhaltestelle Laßbergstraße.

 

Im SPD-Ortsverein Freiburg Ost verfolgen wir diese Planungen aufmerksam und gespannt. Auch unter uns gibt es die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse. Zurzeit nehmen wir allerdings wahr, dass die genannten Projekte eher in kleinem Kreis und isoliert voneinander anstatt öffentlich und im Zusammenhang diskutiert werden. Das möchten wir gemeinsam mit Ihnen verändern! Wer braucht was in unserem Stadtteil? Welche Einkaufsmöglichkeiten fehlen? Welche anderen und weiteren Bedarfe für Jung und Alt gibt es in unserem Stadtteil, die rund um den Bahnhof Littenweiler oder das neu zu entwickelnde Areal Endhaltestelle realisiert werden könnten?

 

Wir laden Sie herzlich ein, uns Ihre Vorstellung zu schreiben, damit wir gemeinsam die beste Möglichkeit für möglichst viele Menschen in unserem Stadtteil finden. Was meinen Sie? Diskutieren Sie mit - entweder in den Kommentaren zu dieser Medlung oder per E-Mail direkt an spd.freiburg.ost@gmail.com.

 

Sobald es die Pandemielage erlaubt, laden wir zu einem öffentlichen Stadtteilspaziergang ein, um aktuelle und potenzielle Einkaufsmöglichkeiten in Augenschein zu nehmen, aber auch um zu erkunden, ob wir nicht noch Mehr und Weiteres brauchen – wie zum Beispiel einen Marktplatz, der nicht nur samstags, beim Dorfplatzfest und im Advent als solcher genutzt wird.

 

Darf es etwas mehr sein? Ja, gerne mehr an Diskussion, Beteiligung und Möglichkeiten für alle, den täglichen Bedarf vor Ort in Littenweiler zu sichern.

Vorstand SPD-OV-Freiburg Ost

Kommentare: 1
  • #1

    Anke und Götz Dittrich (Sonntag, 11 Juli 2021 16:30)

    Wir sind ein berufstätiges Ehepaar und wohnen in Littenweiler. Unseren Arbeitsplatz erreichen wir – zumindest in der Zeit vor Corona – jeweils mit dem PKW und sind damit in der sehr privilegierten Situation, unsere Einkäufe bequem unterwegs zur oder von der Arbeit erledigen zu können. Dies ist jedoch nicht für jeden Einwohner im Freiburger Osten möglich und gerade die Corona-Zeit mit den geltenden Einschränkungen der Mobilität und der Konzentration des täglichen Lebens auf die eigene Wohnung hat gezeigt, wie wichtig günstige Einkaufsmöglichkeiten in Wohnortnähe sind. Auch in Zukunft bleibt es wichtig, eine gute Nahversorgungs-Infrastruktur in den Stadtteilen zu haben, wenn aus ökologischen Gründen der Individualverkehr weiter abnehmen soll.

    Bei der anstehenden Umgestaltung des Bahnhofsareals mit dem PH-Parkplatz und der Endhaltestelle Laßbergstraße sollte deshalb aus unserer Sicht ein entsprechendes Einkaufsangebot geschaffen werden. Besonders wichtig wäre dabei aber, dass die Umgestaltung auch die Lebensqualität im Stadtteil erhöht. Neben Einkaufsmöglichkeiten sollten auch Begegnungsorte und Räume für Jugendarbeit oder für Vereine geschaffen werden. Mit einem Discounter allein ist es nicht getan.